Um 1830/40 kommt es zu Stilverschmelzungen vom Biedermeier und dem späteren Louis-Philippe. Die bislang schlichten, relativ ungegliederten, linearen und flächenorientierten Biedermeier-Möbel verändern um und nach 1830 ihr Erscheinungsbild, ihre strenge Grundform wird durch Gliederungselemente und Ornamentik unterbrochen. Der Korpus weist gerundete und abgeschrägte Ecken und Kanten auf, umlaufende Schmuckprofile wie Lippen- oder Kehlprofile durchdringen die Flächigkeit. Der leichte Bogen entwickelt sich zur Schweifung, Füllungen verlieren ihre rechteckige Anlage und nehmen bewegte Formen an, die C-Form steigert sich zur S-Form. Rückenlehnen, Stege, Zargen, Beine und Füße erscheinen schwungvoller und formbewegter. Gedrechselte Elemente und Motive des Rokoko wie Voluten, Rosetten und Rocaillen fließen mit ein und verändern nuanciert das auf Schlichtheit und Klarlinigkeit bedachte Biedermeier.